DIVIDED Album Review: Gezeitenstrom Musikmagazin

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Anmutig geteilte Klavierkunst.


Vorstellen möchten wir an dieser Stelle eine amerikanische Komponistin, deren Tür sozusagen ganz weit offen steht für eine große Musikkarriere. In den Staaten tummeln sich ja  einige Perlen im Genre der modernen, klassischen Musik. Dazugesellen wird sich Anna Yarbrough aus New York mit dem Debütalbum „Divided“, welches letzte Woche veröffentlicht wurde. Wie ihre Kolleginnen und Kollegen erschafft die Pianistin am Klavier bezaubernde Stücke voller Anmut und Empathie. 2018 ist im Großen und Ganzen ein sehr erfolgreiches Jahr für Komponisten der modernen Klassik. Einen Anteil daran besitzen auch die neuen Talente, die einem immer wieder auf das Neue gefangen nehmen.

In Zeiten von Chartshows und Pop-Ikonen machen immer mehr Künstler der klassischen Musik auf sich aufmerksam. Auch Anna Yarbrough wird mit ihren Werken dafür sorgen, das ist unvermeidbar. Aufgewachsen in Nordirland, ein paar Jahre in Australien lebt die junge Pianistin nun in New York. Ihr musikalisches Verständnis beruft sich auf viele Eigenschaften. Sie ist Pädagoge, Komponist, Sängerin und neben dem Klavier spielt sie auch die Violine. Diese unterschiedlichen Interessen haben sie mehr als nur geprägt, auch das Schreiben für Musikstücke für Film- und TV-Projekte trägt dazu bei. Ihr Debütalbum Divided wurde als Konzeptalbum erschaffen. Es soll die Distanzen zwischen Hell und Dunkel kartografieren und in akustischer Form den Hörer nähergebracht werden.

Ein aufgehender Stern in der modernen Klassik


Sehr feinfühlig und gefühlsbetont sind die Kompositionen auf dem Album, strahlen eine romantisch-melancholische Note aus. Eine intime, musikalische Reise durch die menschlichen Gefühlswelten, die wir alle durchleben, mit positiven oder traurigen Hintergrund. Jedes Stück ist einzigartig angeordnet, um eine persönliche und berührende menschliche Erfahrung zu schaffen. Die Klangfarben am Klavier haben eine fragile, sanfte und auch teils energische Aura, verweben menschliche Gefühle mit romantischen Klanglandschaften in der modernen Klassik. Auf expressionistischer Weise erklingen die emotionalen Klangfarben, strahlen mal heller oder seichter, um ein malerisches Gesamtkonzept zu hinterlassen und verströmt an vielen Stellen eine tiefe Verwurzelung zu klassischen Ursprüngen.

Der Grad an Expressionismus ist auf dem Werk sehr deutlich in den Vordergrund gestellt, selbst marginale, progressive Facetten kann man entdecken. Agogik und Tempo sind dynamisch und variabel, der emotionale Anstrich reicht von sanfter Melancholie zu heiteren Entwicklungen. Das Album beinhaltet insgesamt 8 Klaviersonaten mit gefühlsbetonten Unterbau, der fragil und eingängig tief in die Herzen vordringt. Man muss keinen einzelnen Titel auf dem Debüt hervorheben, alle Lieder strahlen einen faszinierenden Charme aus. Das Album agiert auf einem dynamischen Niveau, ist niemals eintönig und interpretiert das Musikgenre der modernen Klassik auf ein hohes Niveau. Die Arithmetik aus Interpretation und Artikulation sind ebenfalls als Kernelemente von Divided anzusehen. Denn nicht die Komponistin bestimmt, sondern gezielt der Zuhörer, welche Emotionen er zu einzelnen Stücken gedanklich vor dem geistigen Auge manifestiert. 

Man muss Anna Yarbrough zu ihrem Debütalbum „Divided“ einfach nur gratulieren. Sie ist ein aufgehender Stern in der modernen Klassik, sollte sie die eigene Musikkarriere weiter vorantreiben. Das Album ist definitiv eine kleine Perle in diesem Musikbereich und jedem an das Herz zu legen, der feinfühlige Klaviersonaten schätzt und liebt. Eine perfekte Ergänzung in jeder Musiksammlung. Divided ist, wie der Name schon sagt, eine wundervolle Reise zwischen Dimensionen und Kontrasten. Anna Yarbrough arbeitet gerade an das Folgewerk, welches mit gedämpften Klaviertönen und Streicher-Arrangements die Erfolgsgeschichte sicher fortsetzen dürfte.